Die Grenze des guten Geschmackes überschritten

Obermeister Thomas Köhn von der Fleischerinnung Hof-Wunsiedel kritisiert Preissenkungen der Discounter

 

„Dass Aldi Themen wie Qualität oder Tierschutz im Rahmen der aktuellen Preisdebatte überhaupt anspricht ist nicht nur arrogant. Es stellt eine Verbrauchertäuschung höchsten Grades dar!“ Heftig kritisiert Thomas Köhn, Obermeister der Fleischinnung Hof-Wunsiedel, die Preissenkungen bei Fleisch- und Wurstwaren im Discountbereich und schließt sich damit den Aussagen des Bauernverbandes an.

 

„An Qualität und Tierschutzstandards gibt es keine Abstriche.“ So äußerte sich Aldi zu aktuellen Preissenkungen bei Wurst- und Fleischwaren, die zwischen 2,5 und 10 Prozent betragen. Obwohl nach der Ankündigungen andere Discounter wie Lidl die Senkungen kritisierten und dabei vor allem das Tierwohl ansprachen, zogen sie innerhalb einiger Tage nach und verstärken somit das Preisdiktat gegenüber den Landwirten.„Hier wird seit Jahren eine Preisspirale in Gang gesetzt, bei der es nur Verlierer geben wird“, so Obmann für Oberfranken Köhn. An erster Stelle steht der getäuschte Verbraucher, der mit „Tierwohl-Labels“ und falschen Slogans wie „handwerkliche Herstellung“ getäuscht werde. Von qualitativ hochwertigen Produkten könne keine Rede sein, denn die Landwirte müssen die Senkungen auffangen. Weiterhin leide die regionale und damit nachhaltige Wertschöpfung vor Ort. „Der Trend zu riesigen Massenställen wird somit befeuert und gutes Fleisch zur Luxusware“, so Köhn. Er sieht auch die Gefahr weiterer Lebensmittelskandale, die durch die Billig-Preis-Politik befördert werde.

 

Für Obermeister Köhn ist klar: „Die Strategie der Discounter zeigt, wie wichtig ihm einerseits der Kunde sowie die nachhaltige Qualität der Ware und andererseits der Umsatz ist. Die Gewichtung hat Aldi deutlich demonstriert.“ Nur ein verantwortungsvoller Einkauf durch die Verbraucher könne hier zu Änderungen führen. „Es muss wieder das Gefühl entstehen, dass es einen Grund hat, wenn ein Lebensmittel billig angeboten wird. Und zwischen billig und preiswert gibt es große Unterschiede, die die Discounter lange überschritten haben.“

„Wir fordern deshalb nicht nur von der Politik, sondern vor allem von den Verbraucherschutzverbänden, sich bei diesem Thema einzumischen“, so Köhn, der gern zu zielführenden Gesprächen bereit ist. „Hier steht wirklich die Qualität auf dem Spiel und nicht die Etikettierung oder eine gerissene Fliese!“

Kommentar schreiben

Kommentare: 0